Grauwale - Grauwale wandern jedes Jahr zwischen Mexiko und Alaska hin und her. An vielen Orten sieht man sie sogar von Land aus.

GRAUWALE

Die ewigen Wanderer. Immer zwischen Mexiko und Alaska unterwegs, sieht man sie oft sogar vom Strand aus.

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Foto: shutterstock/Jan-Dirk_Hansen

GRAUWALE

Die ewigen Wanderer. Immer zwischen Mexiko und Alaska unterwegs, sieht man sie oft sogar vom Strand aus.

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Review GRAUWALE

Die jährlichen Wanderungen der Grauwale gehören zu den längsten Wanderungen aller Säugetiere. Gut für Whale Watcher: Man kann recht sicher vorhersagen, wann sich die Grauwale wo aufhalten.

Eine wirkliche Schönheit sind Grauwale nicht. Ihr ganzer Körper ist übersät mit Narben, Muscheln, Walläusen und Seepocken, oft mit einem Gewicht von gut 100 Kilo, und im Gesamteindruck ist das natürlich nicht immer schön anzusehen.

Und trotzdem gehören Grauwale zusammen mit Buckelwalen zu den beliebtesten und am meisten beobachteten Walen beim Whale Watching. Das hat Gründe: Grauwale können extrem verspielt und neugierig sein, sie interagieren dann oft mit Booten, kommen nah heran und sind regelrecht zutraulich. Mitunter sind sie so neugierig, dass man sich durchaus die Frage stellen kann, wer hier überhaupt wen beobachtet.

Im Golf von Kalifornien, wo sie den Winter zur Fortpflanzung verbringen, sind Grauwale sogar so entspannt, dass sie sich manchmal von Menschen aus dem Boot heraus streicheln lassen. Insgesamt scheinen Grauwale deutlich taktiler zu sein als andere Wale, sie berühren sich auch untereinander oft und gern.

Bei den Walfängern waren Grauwale dagegen eher nicht so beliebt – sie nannten sie Teufelsfische, weil sie ihre Jungen mitunter so aggressiv verteidigten, dass sie kurzerhand selbst Jagd auf die Walfänger machten. Trotzdem wurden Grauwale jahrhundertelang bis an den Rand der Ausrottung gejagt.

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Aus Whale-Watching-Sicht sehr vorteilhaft ist, dass Grauwale lange saisonale Wanderungen auf sich nehmen, bei denen gut vorhersehbar ist, wann sie wo anzutreffen sind. Ihre bis zu 15.000 Kilometer langen Wanderungen zwischen subtropischen Paarungs- und polaren Nahrungsgebieten gehören zu den längsten Wanderungen aller Säugetiere. Im Laufe ihres Lebens schwimmen Grauwale damit locker eine Strecke so lang wie von der Erde bis zum Mond und zurück.

Zudem gehören Grauwale zu diejenigen Walen, die sich am nächsten an der Küste aufhalten, an vielen Orten kann man sie sogar ganz bequem vom Strand aus beobachten.

In Strandnähe kann man auch Zeuge ihres etwas uninspirierten Fressverhaltens werden: Grauwale wühlen einfach im Schlamm herum. Weil für ihre extrem langen Wanderungen alles auf Energie-Effizienz ausgelegt ist, haben Grauwale irgendwann damit angefangen, sich bei der Nahrungssuche einfach nicht mehr so anzustrengen – und sich auf bodennahes Plankton spezialisiert.

Am Meeresgrund drehen sich Grauwale einfach auf die Seite und saugen langsam vor sich hin schwimmend wie ein Staubsauger den Schlamm vom Boden ab, der dann über Zunge und Barten nach Essbarem gefiltert wird – und allein diese Zunge wiegt ca. 1,5 Tonnen. Dabei wirbeln Grauwale oft dicke Schlammspuren auf, die auch an der Oberfläche gut zu sehen sind.

Grauwale drehen sich beim Wühlen meist auf ihre rechte Seite – sie ist daher deutlich zerkratzter und hat deutlich kürzere Barten. Es gibt aber auch Linksdreher.

Grauwale schwimmen im Laufe ihres Lebens ungefähr eine Strecke so lang wie von der Erde bis zum Mond. Und wieder zurück.

Grauwale fressen nur saisonal – zwischen Mai und Oktober – dabei verschlingen sie bis zu 170 Tonnen Nahrung. Danach leben sie ausschließlich von ihren Reserven, mit denen sie auch die lange Wanderung in die Paarungsgebiete und zurück bestreiten. In den Lagunen im Süden fasten sie also mehrere Monate lang, so dass sie nach der Rückkehr aus ihrem Winterquartier ca. 30 Prozent ihres Gewichtes verloren haben.

Auch bei der Paarung an sich wird möglichst viel Energie gespart: Sowohl Männchen als auch Weibchen haben mehrere wechselnde Partner, der Wettkampf findet anschließend in utero zwischen den Spermien der verschiedenen Männchen statt. Die Energie, die man bei lästigen Rivalen-Kämpfen sinnlos verschwendet, sparen sich die Tiere lieber.

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Foto: iStock/Jan-Dirk_Hansen
GRÖSSE

Grauwale werden 12 bis 14, maximal 15 Meter lang, Weibchen sind etwas größer als Männchen. Gewicht: bis zu 35 Tonnen.

FARBE

Grau bis dunkelgrau, übersät mit Flecken, Seepocken, Walläusen, Kratzen und Narben. Jungtiere sind dunkler und haben weniger Flecken.

FORM

Sehr massiger Körper. Der Kopf ist im Verhältnis eher klein und schmal und hat eine sehr auffällige Wölbung nach oben.

BLAS

Mittelhoher (2 bis 3 Meter), buschiger, V-förmiger, lauter Blas.

FINNE

Grauwale haben keine Finne, nur eine leichte Erhebung mit ein paar kleineren Buckeln, die bis hinunter zur Fluke verlaufen.

FLUKE

Konvexe, ausgefranste Hinterkante mit spitzen Enden und deutlicher Einkerbung. Kann bis zu 3 Meter Spannweite haben.

VERHALTEN

Mitunter verspielt und neugierig, manchmal regelrecht zutraulich. Lässt sich in bestimmten Gegenden gelegentlich sogar streicheln.

TAUCHGÄNGE

Grauwale tauchen meist zwischen 3 und 5 Minuten und sind dann wieder für einige Atemzüge an der Oberfläche.

BESTAND

Grauwale gibt es nur noch im Nordpazifik - dort leben zwischen 15.000 und 25.000 Tiere.

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Checkliste GRAUWALE

Mit ihren vielen Flecken, Pocken und Narben sowie ihrem stark gebogenen Kopf sind Grauwale nicht mit anderen Walen zu verwechseln.

Grauwale sind untereinander nicht sehr sozial und oft allein unterwegs, die einzig enge Verbindung besteht zwischen Mutter und Kalb während der Säugezeit und der Wanderung in die Nahrungsgründe im Norden. Manchmal trifft man dort auch Gruppen mit bis zu 20 Tieren, das liegt meist aber weniger an besonderer Geselligkeit, sondern an besonders attraktiven Nahrungsgründen.

An den Küsten von Kalifornien bis British Columbia und Alaska findet man Grauwale vor allem auf der Durchreise und bei der Nahrungsaufnahme – sie sind dort dementsprechend geschäftig. In den Lagunen der Baja California scheinen sie dagegen weitaus entspannter zu sein: Hier springen sie häufiger, sind Booten gegenüber neugieriger und zutraulicher – und hier lassen sie sich mitunter sogar von Menschen streicheln.

Obwohl Grauwale mit ihren vielen Pocken recht einzigartig ausschauen, lassen sich einzelne Tiere nur schwer identifizieren.

Beim Auftauchen und Ausatmen ist der starke Bogen des Kopfes gut erkennbar, er fällt steil nach vorne ab, als würde der Wal bereits wieder einknicken und abtauchen wollen. Nach dem letzten Atemzug vor dem erneuten Abtauchen kann man die vielen kleinen Buckel am hinteren Teil des Rückens erkennen. Der Körper wird dann deutlich gebeugt, an der Oberfläche entsteht ein großes Dreieck. Danach verschwindet der Buckel, der Rücken wird deutlich runder, und Schwanz und oft auch Fluke erheben sich. Die Fluke wird nur gehoben, wenn der Wal steiler und tiefer abtauchen will.

Obwohl Grauwale über die zahllosen Flecken, Pocken und Narben an ihren Körpern eindeutig identifizierbar sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass man an Bord eines Whale-Watching-Bootes konkrete Einzelheiten über ein einzelnes Tier erfährt. Die Identifizierung fällt doch etwas schwerer, als z.B. über die Fluke beim Buckelwal, zudem sind oft viel zu viele Wale vor Ort, so dass man sich kaum auf einzelne Tiere konzentriert.

Bei einem Sprung schießt der Grauwal fast senkrecht nach oben, dreht sich und fällt dann auf die Seite oder den Rücken. Oft springen Grauwale mehrfach hintereinander. Auch Spyhopping lässt sich oft beobachten, hierbei wird der Kopf 2 bis 3 Meter aus dem Wasser gehoben und langsam im Kreis gedreht – in flachen Lagunen stützen sich Grauwale dabei mit dem Schwanz am Boden ab und stehen so im Wasser.

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Wo und wann GRAUWALE

Grauwale wandern jedes Jahr von der Baja California bis nach Alaska und zurück. Je nach Jahreszeit kann man sie überall an der Westküste Nordamerikas beobachten.

Grauwale wurden bis ins 20. Jahrhundert gnadenlos gejagt, die Population im Atlantik hat nicht überlebt. Von den nordpazifischen Grauwalen an den Küsten von Mittel- und Nordamerika waren nur noch wenige hundert übrig, die sich aber überraschend gut erholt haben: Mittlerweile gibt es im Pazifik wieder zwischen 15.000 und 25.000 Tiere.

Grauwale wandern das Jahr über nah an der Küste Mittel- und Nordamerikas entlang: Im Winter bringen sie in den subtropischen Paarungsgebieten der Baja California ihre Jungen zur Welt, im Sommer wandern sie von dort über Kalifornien, Oregon, Washington, British Columbia bis nach Alaska, um zu den polaren Nahrungsgründen der Bering-, Tschuktschen- und westlichen Beaufort-See zu gelangen.

Viele Grauwale wandern allerdings gar nicht bis ganz hoch in den Norden und sind den gesamten Sommer über an den Küsten von Vancouver Island anzutreffen. Die beste Zeit für einen Besuch in der Baja California ist von Anfang Januar bis Mitte Februar, wo die meisten Jungen zur Welt kommen. Dort bleiben sie bis März, danach ziehen sie nach Norden, wo sie ungefähr im Mai ankommen. Im Oktober wandern sie zurück nach Süden.

Je nach Jahreszeit kann man Grauwale überall entlang der Westküste Nordamerikas beobachten. Oft sogar direkt vom Strand aus.

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