Die Küste der Buckelwale

Jedes Jahr wandern Tausende Buckelwale die australische Ostküste entlang. Wir sind ihnen ein paar Wochen hinterher gefahren.

Abends in Byron Bay. Man kann die Wale hier an vielen Tagen sogar vom Strand aus sehen. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Walfahrt: Australien

Was man in Australien gleich mal als erstes tun sollte: sich von dem Gedanken lösen, alle tollen Orte in eine Route zu packen. Das Land ist viel zu groß.

Auf der Karte sieht alles noch ganz kompakt aus. Dann zoomt man näher. Und näher. Und noch näher. Bis man schließlich begreift, wie groß hier die Entfernungen sind. Das Grundgefühl ist ähnlich wie in den USA: Ohne Auto geht nichts, ein Flugzeug ist ratsam.

Auch die Fahrten selbst sollte man nicht unterschätzen. Die Landschaften hören nie auf, man kann endlos durch sie hindurch rollen, gelegentlich ist zu mal lenken, viel mehr ist nicht zu tun. Das macht müde, und Übermüdung ist hier die größte Gefahr.

Der schöne Leuchtturm von Byron Bay. Von hier oben kann man die vielen vorbei ziehenden Buckelwale sogar noch besser sehen. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Wir haben mehr Schilder gesehen, die vor Übermüdung am Steuer warnen, als vor unvermittelt herum hüpfenden Kängurus. An vielen Highways stehen riesige Tafeln mit kleinen Denksport-Aufgaben und Rätseln, die ein paar Kilometer später aufgelöst werden. Man ist erfinderisch.

Wir haben in Australien also versucht, uns nicht allzu viel vorzunehmen und Australien ein bisschen auf uns zukommen zu lassen. Die Grundidee war, einmal die Ostküste von Norden nach Süden hinunter zu fahren und dabei an jedem zweiten Strand und in jedem zweiten Hafen anzuhalten.

Für die Strände war nichts weiter geplant, außer eben ein bisschen am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen. In den Häfen wollten wir jeweils ein Boot finden, das uns raus zu den Buckelwalen bringt, die jedes Jahr an der australischen Ostküste entlang wandern.

So weit der Plan. Der Rest würde sich unterwegs schon finden.

Byron Bay ist ein kleines, sympathisches Surf- und Hippie-Örtchen. Es lässt sich hier durchaus gut aushalten. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Australien: Überleben

Vor unserer Reise habe ich mich eingehend mit der Situation der giftigen und gefährlichen Tiere befasst. Vielleicht hätte ich das lassen sollen. Ich war nun besorgt.

Meine Recherchen hatten ergeben, dass die Gefahren unter jedem Stein, in jedem Farn, hinter jeder Tür und in jedem Gewässer lauern: Spinnen und Schlangen, Quallen und Kraken, Haie und Krokodile, Muscheln und Kröten, Ameisen und Schnecken – scheinbar jedes Tier hier ist giftig.

Die größte Sorge: Schlangen und Spinnen. In Australien leben einige der giftigsten Schlangen der Welt, überhaupt gibt es hier mehr giftige als ungiftige Schlangen, und die berechtigte Frage ist doch: warum? Es gibt hier sogar Spinnen, die durch dünne Schuhe hindurch beißen können!

Ich bin ja oft sehr begeistert von allen möglichen Tieren. In Australien ging es jetzt aus meiner Sicht aber erstmal nur ums nackte Überleben.

Die Australier haben sich mit dieser Situation arrangiert – und sich nebenbei sehr um die Forschung im Bereich der Gegengifte verdient gemacht: Für beinahe jedes fiese Gift hier gibt es ein sehr potentes Gegengift.

Ich bin ja oft sehr begeistert von allen möglichen Tieren. In Australien ging es jetzt aus meiner Sicht aber erstmal nur ums nackte Überleben.

Allerdings leben in Australien auch Tiere, deren Gift innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten ziemlich tödlich ist. Und bei meinen Recherchen hatte ich nun ausgerechnet das Thema ‚Verfügbarkeit von Gegengiften‘ ausgelassen.

Ich war daher mitunter etwas angespannt, und manchmal gehe ich Theresa damit ein bisschen auf die Nerven. Sie ist grundsätzlich resoluter als ich und bat mich also, doch bitte ein bisschen gelassener zu sein, die Australier würden hier ja schließlich auch zurecht kommen.

Als wir ein paar Tage später dann nachts eine WIRKLICH GEWALTIGE RIESEN-MONSTER-SPINNE außen an unserem Fenster kleben hatten und ich mir nicht so sicher war, wie sicher dieses Fenster ist, habe ich also versucht, so gelassen zu sein wie die Australier. Die schlafen hier ja auch.

Ein freundlicher Wasserdrache. So weit ich das in Erfahrung bringen konnte, komplett ungefährlich. Und wahnsinnig fotogen! Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Am nächsten Morgen hat unser Gastgeber nur gelacht und gesagt, dass das wahrscheinlich eine Huntsman Spider war. Unser Gastgeber sagte, die gäbe es hier recht oft, sie sei aber nicht weiter gefährlich. Es tue allerdings schon ein bisschen weh, wenn sie beißt. Aber normalerweise beiße sie ja nicht. Haha.

Er hat dann noch gesagt, dass er hier im Laufe der Jahre von beinahe jedem giftigen Tier mal gebissen oder gestochen wurde, und dass er sehr zuversichtlich ist, dass auch wir unseren Aufenthalt überleben werden.

Mich hat das zunächst nur ein bisschen beruhigt. Am Ende aber, das muss man schon zugeben, hat er damit Recht behalten.

Eine Buckelwal-Mutter mit ihrem Jungen, das macht, was Kinder eben so tun: voller Freude den lieben langen Tag herumspringen. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Australien: Buckelwale

Die Wanderung der Buckelwale entlang der australischen Ostküste gehört zu den längsten der Welt. Der Plan war, sie von Brisbane bis Sydney zu begleiten.

Jedes Jahr im Juni machen sich Tausende Buckelwale auf den weiten Weg von der Antarktis bis hoch nach Queensland, wo sie sich paaren und ihre Jungen zur Welt bringen. Sobald der Nachwuchs im Oktober wohl genährt und reisefertig ist, wandern alle zusammen wieder gen Süden.

Ihre Routen verlaufen dicht an der Küste, vor allem auf dem Rückweg, wenn die Jungen dabei sind. Je nach Jahreszeit kann man sie also entweder auf ihrem Weg nach Norden oder Süden beobachten. Wir starten in Hervey Bay. Auf der Karte sieht es so aus, als wären es von Brisbane nur ein paar Minuten. Tatsächlich sind es knapp 300 Kilometer. Wir brauchen vier Stunden.

Hervey Bay ist einer dieser Orte, bei denen man gefragt wird, was man denn bitte dort gewollt hat. Es gibt hier nicht allzu viel zu tun. Es sei dann, man interessiert sich für Buckelwale. Dann ist Hervey Bay fast der Nabel der Welt. Nirgendwo an der Ostküste sind die Bedingungen besser.

Dasselbe Buckelwal-Junge wie auf dem Foto oben. Nach ein paar Hundert Sprüngen ist es irgendwann dazu übergegangen, ein bisschen mit der Fluke auf das Wasser zu schlagen. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Der Grund ist Fraser Island, die längste Sandinsel der Welt, die sich kurz vor Hervey Bay im Meer aufgetürmt hat. Durch sie ist die gesamte Bucht bestens geschützt. Das Wasser ist flach und ruhig wie ein See. Ideale Bedingungen für umtriebige Wal-Babys und müde Wal-Mamas.

Die Saison in Hervey Bay ist lang, als erstes sind die paarungsbereiten Männchen in der Bucht, meist ab August. Sie sind neugierig und kommen extrem nah an die Boote heran. Und sobald wenig später die ersten Jungen in der Bucht sind, ist wirklich einiges los.

Buckelwal-Babys haben in den ersten paar Monaten lediglich ein To Do: Milch trinken, die ganze Zeit. Die Milch der Mutter ist so extrem fetthaltig, dass das Baby schnell heran wächst, es nimmt gut 50 Kilo zu – und zwar pro Tag. Die viele Energie muss irgendwo hin, daher wird zwischen den Mahlzeiten sehr ausdauernd gespielt und getobt.

Buckelwal-Babys springen und springen und springen. Sie hören wirklich überhaupt nicht auf zu springen. Zwischendurch schlagen sie mit dem Kopf, den Flippern und der Fluke aufs Wasser. Immer wieder. Dann springen sie wieder herum. Das geht den ganzen Tag so. Buckelwal-Babys sind nicht viel anders als andere Babys. Nur ein paar Tonnen schwerer.

Acht Stunden auf dem Katamaran. Es fühlt sich an wie ein Ausflug mit Freunden, nicht wie eine kommerzielle Tour. Wir sehen so viele Wale, dass wir uns die aktivsten aussuchen können.

Die Buckelwal-Mütter schwimmen gemächlich nebenher und versuchen, so wenig Energie zu verbrauchen wie möglich. Für sie gibt es hier wieder etwas zu tun, noch etwas zu fressen. Sie warten einfach nur ab, bis die Babys irgendwann genug getrunken haben und bereit für die Reise sind.

Wir fahren mit Blue Dolphin Tours, eine kleine Gruppe, acht Stunden auf dem Katamaran. Es fühlt sich an wie ein Ausflug mit Freunden, nicht wie eine kommerzielle Whale-Watching-Tour – trotz des umsichtigen und guten Guides. Wir sehen so viele Wale, dass wir uns die aktivsten aussuchen können. Ein phantastischer Tag.

Auf unserem weiteren Weg nach Süden machen wir Stopps in Sunshine Coast, Gold Coast, Byron Bay, Coffs Harbour, Port Macquarie, Nelson Bay und schließlich Sydney. Immer den springenden Buckelwal-Babys hinterher. Auch wenn wir dabei noch durchaus schönere Orte finden (Byron Bay!), bessere Touren als hier in Hervey Bay, haben wir nirgendwo gemacht.

Regenwald im Dorrigo Nationalpark: In den letzten paar Millionen Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Australien: Dorrigo

Auf dem Weg nach Süden besuchen wir den Dorrigo Park: uralte Regenwälder, wie es sie schon vor Millionen von Jahren auf dem Ur-Kontinent Gondwana gab.

Die Welt sah nicht immer so aus, wie heute. Vor 200 Millionen Jahren gab es nur zwei Kontinente, Laurasia im Norden und Gondwana im Süden. Beide waren riesig. Gondwana bestand aus dem heutigen Südamerika, Afrika, Arabien, Indien, Australien und der Antarktis. Laurasia aus dem Rest.

Die damals auf der Welt lebenden Tiere und Pflanzen hatten weitgehend freie Bahn, sich über die gesamte Landmasse hinweg auszubreiten. Gelegentlich waren Laurasia und Gondwana sogar ebenfalls verbunden. Die Basis allen Lebens auf der Welt ist daher ziemlich gleich.

Vor gut 150 Millionen Jahren begann Gondwana allerdings zu zerbrechen und auf den Erdplatten umher zu driften. Bei den Kollisionen dieser Landmassen rumpelte es gewaltig auf der Erde, so entstanden zum Beispiel die Alpen, die Korilleren und der Himalaya.

Theresa im Dorrigo Nationalpark. Hier stehen noch heute Bäume und Farne, die es so bereits vor Millionen von Jahren gegeben hat. Pflanzen, die man überall sonst auf der Welt nur noch als Fossilien findet. Ein Blick in uralte Vergangenheit. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Der Dorrigo Nationalpark gehört zum Verbund der Gondwana-Regenwälder, die zwischen Queensland und New South Wales überall verstreut sind – hier stehen noch heute Bäume und Farne, die es so bereits vor Millionen von Jahren gegeben hat. Pflanzen, die man überall sonst auf der Welt nur noch als Fossilien findet. Ein Blick in uralte Vergangenheit.

Neben prähistorischen Pflanzen kann man im Dorrigo Park mit etwas Glück auch einen sehr speziellen Vogel entdecken: den Lyre Bird. Er schaut recht unscheinbar aus, er ist durchgehend braun und grau, hinten am Schwanz wedelt langes Gefieder herum. Im Vergleich mit den vielen bunten Vögeln hier fällt er kaum auf.

Man sieht ihn aber ohnehin so gut wie nie. Man hört ihn nur. Wobei man sich auch hier nie ganz sicher sein kann. Denn der Lyre Bird kann so gut wie jede andere Vogel-Art im Urwald imitieren. Dabei belässt er es allerdings nicht – manchmal klingt er auch wie ein Fotoapparat, eine Alarm-Anlage oder eine Motorsäge. Er kann so gut wie alle Geräusche nachmachen, die er jemals irgendwo gehört hat.

Bei Mr. Attenborough kann man sich das mal anhören:

Auf unserer Wanderung durch den Dorrigo Nationalpark sind wir Echsen, Skinken, Schlangen und vielen bunten Vögeln begegnet. Sicherheitshalber sind wir neben dem Wonga Walk zusätzlich auch noch den Lyre Bird Link Track gewandert, haben aber auch hier keinen Lyre Bird entdeckt.

Allerdings haben wir mehrfach Geräusche gehört, die exakt so klangen, wie R2D2 aus Star Wars, der mit einem Lichtschwert herumfuchtelt. Wir haben uns darauf geeinigt, dass das natürlich nur der Lyre Bird gewesen sein kann.

Aus meiner Sicht ist der Lyre Bird nach Keas und Puffins ganz klar der drittbeste Vogel der Welt!

Känguru am Meer: fast wie in der Australien-Werbung. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Australien: Beuteltiere

Kängurus! Vor unserer Reise war ich der Meinung, dass diese Sache mit dem Beutel nur ein kleiner Spaß der Evolution war. Komplett falsch!

Dass die Beutel nicht bloß eine Laune der Natur sind, erkennt man schon an ihrer Verbreitung: Weltweit gibt es über 300 Arten von Beuteltieren, die meisten leben in Australien, einige aber auch in Nord- und Südamerika. 300 Arten sind ein bisschen zu viel, um an einen Spaß der Evolution zu glauben.

Beuteltiere sind im Prinzip ganz normale Säugetiere, nur dass sie ihre Jungen nicht nach langer Tragezeit fertig zur Welt bringen, sondern nach kurzer Tragezeit als eher halbfertige Embryos. Die Embryos, oft nur ein Gramm (!) schwer, klettern umgehend und selbständig in den Beutel und kommen erst einige Monate später wieder raus – als fertige Jungtiere.

Nasenbeutler, Rüsselbeutler, Raubbeutler, Schwimmbeutler – für beinahe jede ’normale‘ Säugetier-Art von zuhause gibt es eine australische Variante mit Beutel.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beide Geburts-Varianten ähnlich sinnvoll und effizient sind. Es geht ein bisschen um die Verfügbarkeit von Nahrung und hauptsächlich um die Verteilung der Anstrengung: Bei den Beuteltieren ist die Belastung sehr gleichmäßig verteilt, die schwere und komplizierte Geburt entfällt.

In Australien leben Nasenbeutler, Rüsselbeutler, Schwimmbeutler und Raubbeutler, und man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass es für jede ’normale‘ Säugetier-Art von zuhause eine australische Variante mit Beutel gibt. Der Grund ist die völlige Abgeschiedenheit Australiens.

Vor 50 Millionen Jahren war Australien mit der damals eisfreien und gemäßigten Antarktis verbunden, der Heimat der Beuteltiere. Nachdem sich die Antarktis und Australien getrennt hatten, wurde es den Beuteltieren der Antarktis sehr bald sehr kalt, die Beuteltiere Australiens dagegen entwickelten sich völlig losgelöst vom Rest der Welt weiter.

Die ehemalige Luxusdampfer »S.S. Maheno« geriet 1935 auf der Strecke zwischen Japan und Australien in einen Tropensturm und liegt seitdem als weltberühmte Fotokulisse am Strand von Fraser Island herum, Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Die größte Beuteltier-Gruppe sind die Kängurus – es gibt allerdings über 60 verschiedene Arten. Manche werden so groß wie ein Mensch, andere haben eher die Größe eines Fußballs.

Vor allem die großen Kängurus sind ziemlich anpassungsfähig. Sie sind weder bei der Wahl der Nahrung, noch bei der Wahl des Lebensraumes besonders wählerisch, sie kommen mit allem gut zurecht. Selbst mit der Brandrodung des Menschen, die ihnen eher zusätzlichen Raum verschafft.

Wir sind vor allem den grauen Riesenkängurus und den deutlich kleineren Wallabys begegnet. Während sich die Wallabys immer gleich nervös ins Unterholz verdrückt haben, lassen sich die großen Kängurus von Menschen überhaupt nicht aus dem Konzept bringen. Sie sind völlig uninteressiert.

Nachdem wir wochenlang vergeblich versucht hatten, Kängurus am Strand zu beobachten (ich hatte da ein paar schöne Werbebilder im Internet gesehen und mir das irgendwie in den Kopf gesetzt), haben wir sie kurz vor Ende der Reise beim Wandern an einem Hügel mit Meerblick entdeckt. Immerhin!

Bei der Koala-Beobachtung muss man ein bisschen Zeit mitbringen. Sie schlafen gut zwanzig Stunden pro Tag und sind dabei nicht unbedingt auffällig. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Australien: Koalas

So robust und anpassungsfähig Kängurus sind, so empfindsam und unflexibel sind Koalas. Sie machen sich das Leben allerdings auch selbst ein bisschen schwer.

Koalas schlafen gut zwanzig Stunden pro Tag. Dabei sitzen sie in wechselnden Positionen in kleinen Verästelungen und Gabeln der Eukalyptus-Bäume. Am Hinterteil hat die Natur ihnen netterweise ein besonders dickes Fell geschenkt, so dass sie stets bequem sitzen.

Allerdings schlafen Koalas nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus reiner Not: Sie müssen Energie sparen. Von allen möglichen Nahrungsquellen haben sie sich ausgerechnet die Blätter des Eukalyptus-Baums ausgesucht, die, in hohen Mengen verzehrt, leider giftig sind.

Koalas fressen daher nur wenige alte Blätter, in denen das Gift nicht mehr so stark ist. Allerdings sind alte Eukalyptus-Blätter recht hart und wenig nahrhaft. Um ihren Energie-Haushalt halbwegs im Griff zu behalten, müssen Koalas daher sehr, sehr viel schlafen.

Von allen möglichen Nahrungsquellen haben sich Koalas ausgerechnet Eukalyptus-Blätter ausgesucht, die leider etwas giftig sind. Und selbst hier sind Koalas noch extrem wählerisch.

Zusätzlich sind Koalas sehr wählerisch. Drei von vier Bäumen in Australien sind eukalyptisch, eigentlich also beste Voraussetzungen. Allerdings gibt es gut 600 verschiedene Unterarten, und jeder Koala mag nur wenige bestimmte Sorten – ob diese nun verfügbar sind oder nicht.

Aufgrund ihres leicht brennbaren Öls sind Eukalyptus-Wälder übrigens extrem anfällig für Waldbrände. Den Bäumen macht das nichts, ihre Samen sind feuerfest, ein Waldbrand bringt sie im Wettbewerb mit anderen Bäumen sogar deutlich voran. Bei den Koalas sieht das anders aus.

Schließlich sind Koalas Einzelgänger, die ihre großen, festen Reviere für sich allein beanspruchen. Jungtiere müssen also auf Wanderschaft gehen, um ein eigenes Revier zu finden. Und diese Wanderschaft führt sie viel zu oft über Straßen – Autos sind ihr größter Feind.

Kurze Erfrischung in der prallen australischen Sonne: Theresa an einem der vielen Pools, die in Sydney mitten in die Klippen hinein gebaut wurden. Foto: Oliver Dirr / Whaletrips

Insgesamt also eine Menge Stress für die armen Koalas. Leider sind sie überhaupt nicht stressfest, sondern im Gegenteil wahnsinnig anfällig für Krankheiten, ihr Immunsystem ist nicht besonders gut. Vielleicht liegt es an der einseitigen und wenig nahrhaften Ernährung.

Wegen ihres dichten, flauschigen Fells wurden Koalas früher zudem stark bejagt, heute gibt es wahrscheinlich nur noch 50.000 bis 80.000 Tiere, sie sind streng geschützt.

Die meisten Koalas leben auf privatem Land, oft findet man sie aber auch in kleinen Parks. Koalas sind überraschend gut getarnt, sie sind so klein, dass man bei größeren Bäumen wirklich von allen Seiten schauen muss, von den dickeren Ästen werden sie fast vollständig verdeckt. Nach einer Woche hatten wir es raus. Unseren kleinen, internen Koala-Spotting-Wettbewerb hat Theresa mit 7:5 gewonnen.

Koalas leben übrigens nur noch an der Ostküste Australiens, wir wussten das vorher gar nicht. Scheint also auch in dieser Hinsicht eine gute Idee gewesen zu sein, sich bei der Reiseplanung nach den Walen zu richten.

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