Walreise: La Gomera - Schwarze Strände, mystische Nebelwälder und eine unfassbare Artenvielfalt: zwei Wochen auf La Gomera.

DIE INSEL DER DELFINE

Schwarze Strände, mystische Nebelwälder und eine unfassbare Artenvielfalt: zwei Wochen auf La Gomera.

DIE INSEL DER DELFINE

Mystische Nebelwälder und eine irre Artenvielfalt: zwei Wochen auf La Gomera.

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Theresa am Mirador de Abrante. Die Aussichtspunkte auf La Gomera heißen viel schöner als anderswo!

Walreise: LA GOMERA

Bislang ging es auf dieser Seite vor allem um Wale. Theresa war das schon länger ein Dorn im Auge: »Wir müssen auch mal was über Delfine machen! Delfine sind auch toll!«

Auch von anderen hatte ich diesen ‚Vorschlag‘ immer wieder mal vernommen, oft als Frage verpackt: »Warum schreibt ihr eigentlich nichts über Delfine? Mögt ihr etwa keine Delfine? Jeder mag doch Delfine!«

Und natürlich, alle lieben Delfine. Auch ich. Es wurde also beschlossen, dass es hier baldmöglichst mal um Delfine geht. Und die Idee war nun, zu diesem Zweck nach La Gomera zu fahren. In Sachen Delfine ist La Gomera nämlich einer der besten, schönsten und vielfältigsten Orte der Welt.

La Gomera ist eine Vulkan-Insel auf den Kanaren, einer spanischen Inselgruppe westlich von Afrika. La Gomera ist die zweitkleinste dieser Inseln, ein niedlicher kleiner kreisrunder Haufen aus Lava mit gerade mal 25 Kilometern Durchmesser. Die Sahara ist fast in Sichtweite.

Früher war La Gomera eine Hippie-Insel, vor allem das Tal von Valle Gran Rey. Wer aussteigen wollte und es nicht bis nach Kalifornien geschafft hat, ist oftmals hier gelandet. Heute kommen stattdessen Eco-Touristen.

La Gomera ist eine mediterrane Version von Island. Dort fühlt man sich ja immer gleich wie auf dem Mond. Alles so anders, fremd, eigenartig – und total spektakulär. So ist das hier auch. Nur, dass La Gomera eher ein sommerlicher Mars ist: alles ist rot, trocken und warm.

Es ist aber nicht die Landschaft allein. La Gomera ist ein Refugium für enorm viele endemische Arten – Tiere und Pflanzen also, die es so nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt gibt.

Gemessen an ihrer Größe gehören die Gewässer rund um La Gomera zu den – was Delfine und Wale angeht – artenreichsten und vielfältigsten überhaupt auf der Welt.

In ihrer beinahe völligen Abgeschiedenheit konnten sie sich über Millionen von Jahren hinweg vollkommen anders entwickeln, als ihre Verwandten auf dem europäischen oder afrikanischen Festland.

Und auch im Wasser ist La Gomera ziemlich einzigartig: Im Laufe der Zeit wurden hier schon mehr als zwanzig verschiedene Wal- und Delfin-Arten gesichtet. Gemessen an ihrer Größe gehören die Gewässer rund um die Insel zu den – was Delfine und Wale angeht – artenreichsten und vielfältigsten überhaupt auf der Welt.

Und genau deshalb sind wir da also mal hin.

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Ein Sturmtaucher mit einem Großem Tümmler. Sturmtaucher machen nachts sehr, sehr lustige Geräusche!

La Gomera: DELFINE

Ich muss kurz erklären, warum ich mich um Delfine bislang immer etwas herum gedrückt habe. Ich mag Delfine, klar, jeder mag Delfine. Es ist trotzdem kompliziert.

Ich kann einen Pottwal problemlos von einem Buckelwal, Finnwal oder Blauwal unterscheiden. Es gibt insgesamt nur zehn, zwölf verschiedene Großwale, und meistens kann man sie allein schon anhand ihres Namens leicht auseinander halten: Ein Blauwal ist blau, ein Finnwal hat eine große Finne, ein Buckelwal einen Buckel und ein Pottwal ist, nun ja, etwas unförmig.

Bei Delfinen ist das schon schwieriger. Es gibt Küstendelfine, Meeresdelfine und Flussdelfine, und je nachdem, wie streng man so zählt, kommt man schnell auf zwanzig, dreißig, vierzig verschiedene Arten und Unterarten, die sich teilweise nur in allerkleinsten Nuancen voneinander unterscheiden. So geht’s schon mal los.

Dann sind die Namen oftmals nur wenig hilfreich: Wie stellt man sich einen Zügeldelfin vor? Ist der Gemeine Delfin ein Fiesling? Ist der Schlankdelfin immerzu auf Diät? Hat es der Stundenglas-Delfin besonders eilig? Was ist ein Großer Tümmler? Und gibt es auch Kleine Tümmler? Ich finde insgesamt nicht, dass Delfin-Namen besonders selbsterklärend sind.

Zudem ist mir bei Großwalen auch total klar, wie und wo man da bei der Beobachtung anfängt. Das sind in der Regel ja immer nur ein paar wenige und gut unterscheidbare Individuen, die da langsam, gemütlich und total übersichtlich vor sich hin schwimmen.

Und wie bei einem Eisberg sieht man nur den kleinsten Teil, den ganzen großen Rest muss man sich dazu denken, das ist einerseits irre spannend und faszinierend – mit ihren schieren Wucht und Größe haben Wale andererseits aber schon auch eine recht beruhigende Wirkung.

Delfine dagegen sieht man entweder in großer, sehr großer oder sehr, sehr großer Zahl. Oft sind es zehn bis zwanzig, nicht selten auch Hundert Tiere auf einmal. Sie sind klein, schnell, wendig, verspielt, aufgedreht und voller Energie. Und im Unterschied zu den Großwalen sehen sie sich alle sehr ähnlich, zumindest auf den ersten Blick.

Wenn man anfängt, sich für Delfine zu interessieren, ist das so, als ob man eine neue Lieblings-Band entdeckt hat, die schon dreißig Platten rausgebracht hat.

Ich habe mir das auf unseren Touren daher meist etwas einfach gemacht: Bei den Großwalen habe ich ganz konkret Ausschau gehalten nach Pottwalen, Blauwalen, Finnwalen, Buckelwalen – und bei jeder Sichtung genau auf Merkmale und Verhalten geachtet.

Und wenn dann zwischendrin mal ein paar Delfine vorbeikamen, dann waren das für mich einfach ein paar Delfine, die zwischendrin halt mal vorbeikamen. Ich habe mich immer über sie gefreut, wirklich, unsere Beziehung blieb jedoch stets etwas oberflächlich. Bislang.

Wenn man plötzlich anfängt, sich für Delfine zu interessieren, ist das ein bisschen so, als wenn man eine neue Super-Band entdeckt hat, von der man erstmal nur einen einzigen Super-Song kannte – und bei der sich dann herausstellt, dass sie bereits dreißig Alben rausgebracht hat, plus Bootlegs, plus Collectors-Editions. Ein gewaltiger Back-Katalog, in den man sich nun der Reihe nach reinhören muss.

Einerseits total toll. Andererseits aber schon auch: eine Aufgabe. Gut, dass wir in La Gomera in den allerbesten Händen waren.

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Unterwegs mit dem schönen rot-blauen gomerischen Fischerboot. Man sieht allerdings nur das Blau. Links: ein Fleckendelfin.

La Gomera: OCEANO

Wir fahren jeden zweiten Tag raus, in einem kleinen Fischerboot aus rotem und blauen Holz. Kein Tag ist wie der andere. Und nie zuvor haben wir so begeisterte Guides erlebt.

Kurz bevor wir diese Seite gestartet haben, hat uns Fabian Ritter viele Fragen beantwortet. Fabian ist Meeresbiologe, Mitarbeiter der Whale & Dolphin Conservation (WDC) und Mitbegründer des Vereins M.E.E.R., neben seinen Forschungen und Vorträgen schreibt er tolle Bücher über Wale und Walbeobachtung – zum Beispiel auch dieses hier, von dem ich mir die Überschrift dieses Textes ausgeborgt habe.

Einen guten Teil des Jahres verbringt Fabian auf La Gomera. Hier erforscht er die Auswirkungen des Whale Watchings auf die Wale. In den letzten zwanzig Jahren hat er dabei eine der umfassendsten und vollständigsten Sichtungs-Datenbanken der Welt und ein enormes Wissen über die Wale und Delfine vor La Gomera aufgebaut.

Seine Kollegin Ulla lebt sogar das ganze Jahr hier. Sie arbeitet ebenfalls für WDC – und im Valle Gran Rey auch für den Whale-Watching-Anbieter Oceano, der sich der sanften Walbeobachtung verschrieben hat. Wichtigste Regel: Wir Menschen sind die Gäste im Lebensraum der Wale; diese wiederum bestimmen ganz allein die Form und Intensität des Kontaktes.

Das sind sehr einfache, grundlegende und trotzdem weitreichende Regeln, die leider längst nicht Standard sind. Es geht da vor allem um Respekt. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass man einen Wal, der sich offensichtlich vom Boot gestört fühlt, eben nicht über den halben Ozean jagt. Sondern, dass man es gut sein lässt. Und schaut, was das Meer sonst noch so an Überraschungen parat hat.

Die Forschungen von Fabian haben auch dazu beigetragen, die lokalen Arten mitsamt ihren jeweiligen Verhaltensweisen besser zu verstehen: Wale und Delfine reagieren teilweise höchst unterschiedlich auf Whale-Watching-Boote. Je besser die Kapitäne diese Verhaltensweisen kennen, desto besser können sie sich darauf einstellen.

Es geht um ein bisschen mehr, als um ein schönes Fluken-Foto oder einen schönen Tag auf See. Es geht um echtes Interesse. Und um Problembewusstsein.

Sanftes Whale Watching bedeutet übrigens auch, dass man sich für ein bisschen mehr interessiert, als nur ein schönes Fluken-Foto oder einen netten Tag auf See. Es bedeutet, dass man sich über die Probleme dieser Tiere informiert, über ihren Lebensraum und dessen Erhaltung. In der Praxis kann das zum Beispiel so aussehen, dass man während einer Tour immer wieder anhält, um irgendwelchen Müll aus dem Meer zu fischen.

In den Räumen von Oceano gibt es eine ziemlich gute dreisprachige Dauerausstellung von MEER e.V., „Delfine und Wale vor La Gomera – Artenvielfalt im Wandel“. Darin geht es um die Insel, die häufigsten Arten und die Möglichkeiten, sie zu schützen. Nicht nur hier vor Ort, sondern auch von zuhause aus – jede Woche hält Ulla dazu auch einen interessanten Vortrag.

Eine solch enge und stimmige Kombination aus Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Whale Watching haben wir bislang noch irgendwo gesehen. Alle Seiten lassen sich aufeinander ein und profitieren voneinander. Und alle gewinnen. Vielleicht sollte es mehr solche Kooperationen geben wie hier auf La Gomera.

Wir sind jeden zweiten Tag aufs Meer gefahren, in einem wunderschönen kleinen gomerischen Fischerboot aus rotem und blauem Holz. Kein Tag war wie der andere, jeder war speziell. Und nie zuvor haben wir so begeisterte und enthusiastische Guides erlebt, wie hier.

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Ein Pilotwal taucht neben unserem Boot auf. Pilotwale sind eigentlich Delfine, keine Wale.

La Gomera: PILOTWALE

Auf jeder unserer Touren begegnen wir Pilotwalen. Zwischen La Gomera und Teneriffa leben Hunderte von ihnen. Und wie schon in Norwegen gelernt: Pilotwale sind Superwale.

Wissenschaftlich ist das natürlich kompletter Unsinn, als Hobby-Meinung geht es aber hoffentlich in Ordnung, wenn man sagt, dass Pilotwale eine ziemlich gelungene Mischung aus Pottwalen und Orcas sind.

Wie Pottwale lieben Pilotwale möglichst tiefe Gewässer, in denen sie nach Kalmaren jagen. Sie können zwar nicht ganz so tief tauchen wie Pottwale, aber doch sehr, sehr viel tiefer als die meisten anderen Wale.  Wie Pottwale orientieren sie sich in der völligen Finsternis der Tiefe mit Hilfe ihrer eingebauten Echolokation.

Wie Orcas wiederum leben Pilotwale in stabilen Verbänden, die jeweils vom ältesten und erfahrensten Weibchen angeführt werden. Diese matriarchalischen Verbände bleiben ein Leben lang zusammen, immer unter der Führung des Weibchens.

Und ähnlich wie bei Orcas gibt es kaum ein anderes Tier, dass Pilotwalen gefährlich werden würde. Sie sind umgekehrt sogar die einzigen Tiere, vor denen Orcas Reißaus nehmen.

Obwohl Pilotwale mit vier bis sechs Metern deutlich kleiner sind, sind sie den Orcas zahlenmäßig meist so deutlich überlegen und überdies offenbar so laut und umtriebig, dass Orcas im Zweifel eher genervt abdrehen. Dasselbe gilt für die meisten anderen Wale, selbst die riesigen Pottwale.

Pilotwale sind also ziemlich spannende Wale. Allerdings passiert das Spannendste in der Tiefe. An der Oberfläche sieht man sie meist nur träge herumtreiben, um sich für die nächsten Tauchgänge auszuruhen. Meistens sah das ungefähr so aus:

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Eine Gruppe Pilotwale schwimmt nah am Boot vorbei und taucht unter uns hindurch.

Wir sind auf jeder unserer Touren Pilotwalen begegnet. Immer hatten sie Jungtiere dabei, die nahrungsreichen (kalter Kanarenstrom!) und ruhigen (Windschatten der Insel!) Gewässer La Gomeras scheinen eine gute Kinderstube zu sein.

Zuvor hatten wir erst ein einziges Mal Pilotwale gesehen: Hoch im Norden Norwegens, eine phantastische Nacht in der Mitternachtssonne, unser Guide war damals ziemlich außer sich vor Freude.

Hier auf La Gomera fällt uns auf, dass sich Ulla und unsere anderen Guides zwar schon jedes Mal ehrlich freuen, wenn wir Pilotwalen begegnen – unser Eindruck ist aber auch, dass ihre Freude über eine Gruppe wild umher rasender Delfine immer noch ein bisschen größer ist. Wir kommen darauf zurück.

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Nebelwald im Nebel. Die feinen Moose können das Wasser direkt aus der Luft ziehen. Praktisch!

La Gomera: GARAJONAY

Nun kann man natürlich nicht die ganze Zeit nur Boot fahren. Das ist zwar möglich und nicht verboten, man würde aber viel verpassen: Garajonay zum Beispiel, das zweite große Wunder dieser Insel.

Normalerweise ist es in den Bergen ja so: unten alles grün, oben alles karg. Auf La Gomera ist das umgekehrt. Je höher man kommt, desto grüner wird es. Unten an der Küste ist es trocken, heiß und karg. Hier stehen Palmen, Kakteen, Feigen – Pflanzen, die mit wenig Regen leben können.

In der Inselmitte dagegen, auf 1.500 Metern Höhe, ist es derweil feucht, kühl und irre grün. Mitten auf dem Gipfel dieses abgeschiedenen kleinen Lava-Brockens steht tatsächlich der größte noch verbliebene Lorbeerwald der Welt. Ein echter Märchenwald.

Auf La Gomera herrscht ein ganzjährig mildes Klima: Der Kanarenstrom, ein Seitenarm des Golfstroms, bringt permanent gewaltige Mengen kühlen Wassers aus Nordosten. Das wirkt wie ein Kühlschrank: Trotz der Nähe zu Sahara und Äquator ist es hier daher nicht heiß, sondern mild.

Ebenfalls aus Nordosten wehen beständig Passatwinde – Luft, die sich über dem afrikanischen Festland stark erhitzt, schnell nach oben aufsteigt, dort abkühlt und dicke Wolken bildet. Aufgrund der Erdrotation werden diese Wolken dann nach Westen geschoben.

In der Mitte La Gomeras treffen sie in 1.500 Metern Höhe dann auf Land. Und das freut die Pflanzenwelt. Sehr sogar!

Wer im Garajonay wandert, blickt gute 20.000 Jahre in die Vergangenheit. Vor der Eiszeit bestand der halbe Kontinent aus einem dichten, verworrenen Urwald.

Der dichte Urwald auf La Gomera ist kein klassischer oder gemäßigter Regenwald – zu kühl, zu wenig Regen -, sondern ein Nebelwald. Klingt phantastisch, sieht auch so aus, vor allem beim Wandern, wenn man keine zwanzig Meter Sicht hat.

Die Wolken regnen hier nicht ab. Stattdessen haben die Wälder gelernt, das Wasser direkt aus dem Nebel zu ziehen – mit Hilfe von riesigen Moosen und Flechten, die dem Wald sein mystisches Gesicht geben. Sie arbeiten zusammen und wirken wir ein gewaltiger Schwamm.

Im Frühjahr und Sommer zieht sich der Wald auf diese Weise mehr Wasser aus der Luft, als es im Herbst oder Winter überhaupt regnet. Da bleibt sogar genug für die Menschen, das Grundwasser ist ganzjährig weitgehend stabil. Auf anderen Kanaren-Inseln muss Trinkwasser dagegen oft über Entsalzungsanlagen mühsam aus dem Meer gewonnen werden.

Wer wissen möchte, wie es in Europa vor langer, langer Zeit ausgesehen hat, muss die verworrenen, märchenhaften Wälder des Garajonay besuchen. Früher bestand der halbe Kontinent aus dichtem Urwald. Dann kam die Eiszeit, La Gomera blieb verschont. Wer hier wandert, blickt gute 20.000 Jahre in die Vergangenheit.

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Eine La-Gomera-Eidechse. Es gibt auch La-Gomera-Riesen-Eidechsen. Die sind allerdings sehr selten.

La Gomera: REVIEWS

Zurück zu den Delfinen: Vor La Gomera sind wir Flecken-, Streifen-, Gewöhnlichen Delfinen und Großen Tümmlern begegnet. Und wir haben ein bisschen was gelernt!

Neben den verschiedenen Delfin-Arten sind wir mehrfach auch ein paar Brydewalen begegnet, die im Vergleich allerdings tatsächlich nicht so spannend waren. Vor dieser Reise hätte ich mir das so auch nicht unbedingt vorstellen können.

Ich hatte weiter oben bereits vom großen Back-Katalog der neuen Lieblingsband gesprochen, durch den man sich nun durchhören muss. Nach zwei Wochen La Gomera haben wir jetzt also die ersten vier Alben durch. Hier nun die Reviews:

GROSSE TÜMMLER

Die bekanntesten Delfine, Flipper sei Dank. Ich habe Flipper jedoch nie geschaut und bin daher komplett unvoreingenommen. Für Delfine recht groß und mächtig, beinahe doppelt so groß wie die anderen Arten. Können in der Theorie extrem hoch springen. In der Praxis jedoch eher an Pilotwalen interessiert als an uns. Insgesamt zu wuchtig, etwas langweilig, farblich wenig spektakulär. Wertung: zwei von fünf Sternen.

GEWÖHNLICHE DELFINE

Heißen mit Zweitnamen auch Gemeine Delfine. Sind jedoch weder gemein noch gewöhnlich. Rein farblich mit ihrer gelben Flanke und den dunkel geschwungenen Streifen sogar ziemlich spektakulär. Klein und kompakt, irre schnell und wendig, schwirrten in großer Zahl um das Boot herum. In der Theorie mit gewagten Sprüngen sehr akrobatisch, in der Praxis eher mit dem Reiten der Bugwelle begnügt. Wertung: drei von fünf Sternen

STREIFENDELFINE

Heißen auch Blau-Weiße-Delfine, was allerdings wenig weiterhilft, da viele Delfine ja irgendwie blau und weiß sind. Mit ihren geschwungenen Streifen, die wie ein weiß-blaues Feuer aussehen, die wahrscheinlich schönsten Delfine bislang. Problem allerdings: Beobachtung nur kurz und aus weiter Ferne möglich – sehr scheu, sehr schnell. Wertung: drei von fünf Sternen – plus Bonus-Stern für die wirklich schöne Zeichnung!

FLECKENDELFINE

Farblich mit schönem Grundmuster, die zahllosen Flecken helfen enorm bei der Unterscheidung. Wie die Gewöhnlichen Delfine sehr klein und wendig, allerdings enorm aktiv und neugierig: Kamen stets höchst euphorisch aus großer Entfernung auf das Boot zugeschossen, um in der Bugwelle zu schwimmen. Bei verringertem Tempo sofort gelangweilt weg. In der Gruppe irre energetisch. Wertung: fünf von fünf Sternen. Klare Testsieger!

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Theresa an Bord des schönen rot-blauen gomerischen Fischerbootes. Man sieht schon wieder nur das Blau!

La Gomera: VIDEO

Ich gebe zu, dass die anderen Delfine kaum eine Chance hatten. Zumindest nicht nach diesem Auftritt der Fleckendelfine.

Wir sind den Fleckendelfinen auf beinahe jeder unserer Touren begegnet. Dieses Video stammt direkt von der ersten, es ging noch eine gute halbe Stunde so weiter. Ulla hat uns direkt darauf hingewiesen, dass das nicht auf jeder Tour so ist, und dass wir bitte nicht alle künftigen Delfin-Begegnungen mit dieser hier vergleichen.

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Der Tag, als mal ein paar Fleckendelfine bei uns vorbeigeschaut haben…

Während die Fleckendelfine auf all unseren Touren stets freudig auf das Boot zugeschwommen kamen, um in der Bugwelle zu reiten, waren die ebenfalls sehr schönen Streifendelfine ziemlich scheu: Wir haben sie meist nur von Weitem sehen können, sie waren immer gleich wieder weg.

Im Frühjahr auf den Azoren war es interessanterweise umgekehrt: Dort waren es eher die Streifendelfine, die sich für uns interessierten und nahe ans Boot kamen. Aber es wäre natürlich auch ein bisschen zu einfach, wenn sich die verschiedenen Delfin-Arten überall auf der Welt gleich benehmen würden.

Wir bleiben dran…

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