Zwergwale - Zwergwale sind neugierig, verspielt und weit verbreitet. Man trifft sie überall. In Australien sogar beim Schnorcheln.

ZWERGWALE

Die kleinsten aller Großwale. Neugierig und verspielt - und schneller wieder weg, als man gucken kann.

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Foto: iStock/ekvals

ZWERGWALE

Die kleinsten aller Großwale. Neugierig und verspielt - und schneller wieder weg, als man gucken kann.

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Review ZWERGWALE

Zwergwale gehören zu den beliebtesten Whale-Watching-Walen. Einerseits, weil sie so verspielt und neugierig sind - andererseits, weil es noch recht viele von ihnen gibt.

Zwergwale sind die kleinsten und am häufigsten vorkommenden Großwale. Da mich bei Walen vor allem ihre Größe begeistert, begleitet von dem Umstand, dass es immer auch etwas Glück braucht, ihnen überhaupt zu begegnen, sind Zwergwale für mich (bislang) nicht ganz so interessant.

Bei Whale-Watching-Touren sind sie trotzdem sehr beliebt, auch weil sie zu den eher neugierigen und verspielten Walen gehören: Sie kommen oft sehr nah an die Boote heran, manchmal begleiten sie sie auch für eine längere Zeit. Zudem tauchen Zwergwale gern total unvermittelt auf – und sind ebenso total unvermittelt wieder verschwunden. Man muss also aufpassen.

Im öffentlichen Fokus stehen Zwergwale vor allem, weil sie von den verbliebenen Walfang-Nationen nach wie vor bejagt werden. Man schätzt, dass es weltweit zwischen 500.000 und eine Million Zwergwale gibt – für Norwegen, Island und Japan Grund genug, jedes Jahr mehrere Tausend Tiere zu töten.

Gerade in Ländern, in denen auch Whale Watching eine immer größere Bedeutung bekommt, kann das zu merkwürdigen Konflikten führen: Mitunter konkurrieren Walfänger und Walbeobachter um ein und denselben Wal.

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Ich habe ein paar Bücher über den Walfang des 19. und 20. Jahrhunderts gelesen, und man macht sich wirklich keine Vorstellung davon, was für ein gewaltiger, unglaublicher Irrsin das war:

Wale, die industriell auf großen Fabrikschiffen millionenfach getötet und verarbeitet wurden, gigantische mobile Schlachthöfe, Töten in einer Frequenz, als wären Wale eine unbegrenzte und beliebig nachwachsende Ressource. Immer noch bessere Techniken, um immer noch schneller noch mehr Tiere zu töten und zu verarbeiten. War eine Spezies fast ausgemerzt, hat man sich auf die nächste spezialisiert. War ein Meer fast leer, ist man ins nächste gezogen.

Fast jede einzelne Großwal-Art wurde durch diesen völlig außer Kontrolle geratenen jahrzehntelangen Exzess beinahe ausgerottet. Und wofür? Vor allem für Heiz- und Brennöl – die Speckschicht der Wale, aus denen das begehrte Wal-Öl gewonnen wurde, war die Grundlage ganzer Industrien. Kerzen, Farben, Seifen, Kosmetik, Kleidung, sogar Sprengstoff wurde aus Walen hergestellt. Sprengstoff, der dann wieder dafür verwendet wurde, noch mehr Wale zu töten.

Zwergwale sind die kleinsten aller Großwale. Mit sieben bis zehn Metern sind sie dennoch nicht gerade winzig.

Erst mit der Erfindung von Kunststoffen und Petroleum haben Wale als Rohstoffe Mitte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verloren. Spät genug, denn es waren kaum noch welche übrig. Die Parallelen zur heutigen exzessiven und unüberlegten Ausbeutung des Planeten sind nur schwer zu übersehen.

Heute werden offiziell vor allem Zwergwale gejagt, und das nicht wegen ihres Öls, sondern wegen ihres Fleisches. Die Nachfrage sinkt von Jahr zu Jahr. Das Paradoxe: In Ländern wie Island oder Norwegen gehören auch viele Touristen zu den Abnehmern, nicht zuletzt weil sie denken, dass die Einheimischen ständig Walfleisch essen – was wiederum überhaupt nicht der Fall ist.

Lediglich in Japan und bei verschiedenen indigenen Völkern steht Walfleisch noch auf dem Speiseplan. Aufgrund der enormen Verschmutzung der Meere ist es übrigens stark belastet und nicht wirklich zu empfehlen.

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Foto: Shutterstock/tarpan
GRÖSSE

Zwergwale werden 7 bis 10 Meter, Weibchen sind größer als Männchen. Gewicht: ca. 9 Tonnen.

FARBE

Dunkelgrauer Rücken, heller bis weißer Bauch. Manchmal mit grauen Zeichnungen und Schlieren auf dem Rücken.

FORM

Schlanker, stromlinienförmiger Körper mit sehr spitzer, V-förmiger Schnauze, flachem Oberkiefer und oftmals rosa Kehlfurchen.

BLAS

Der Blas der Zwergwale ist eher unauffällig - maximal zwei bis drei Meter hoch.

FINNE

Aufrecht und sichelförmig, liegt sehr weit hinten auf dem Rücken. Im Verhältnis zur Körpergröße die höchste Finne aller Bartenwale.

FLUKE

Auf der Oberseite dunkel, auf der Unterseite hellgrau. Konkave Hinterkante mit starker Einkerbung und sehr spitzen Enden.

VERHALTEN

Mitunter sehr verspielt und neugierig. Taucht ebenso plötzlich auf, wie er wieder verschwindet. Begleitet Boote manchmal über längere Strecken.

TAUCHGÄNGE

Auf 5 bis 8 Atemzüge im Abstand von ca. einer Minute folgt meist ein längerer Tauchgang von 2 bis 8, manchmal auch bis zu 20 Minuten Länge.

BESTAND

Unklar, jedoch nicht gefährdet. Wahrscheinlich gibt es weltweit zwischen 500.000 und 1 Million Tiere.

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Foto: Shutterstock/jmariel

Checkliste ZWERGWALE

Anhand ihrer rosafarbenen Kehlfurchen und der höheren Wasserlage beim Auftauchen kann man Zwergwale sehr gut von anderen Walen unterscheiden.

Meist sind Zwergwale in kleinen Gruppen mit bis zu drei Tieren unterwegs, selten in größeren Verbänden. Sie sind aktiv an der Oberfläche, klatschen mit Fluke und Flippern auf das Wasser und kommen beim Spyhopping weit aus dem Wasser. Booten gegenüber sind sie aufgeschlossen und oft neugierig, manchmal folgen sie ihnen auch für eine längere Zeit.

Schon beim Auftauchen kann man Zwergwale sehr gut von allen anderen Walen unterscheiden, da sie ihren Kopf stets in flachem Winkel aus dem Wasser heben, so dass man oft die rosafarbenen Kehlfurchen sehen kann.

Gelegentlich springen Zwergwale, das ganze sieht allerdings meist etwas übermotiviert und – bei aller Liebe – auch etwas unförmig aus.

Beim Ausatmen liegt der Zwergwal etwas höher im Wasser als andere Wale, so dass Kopf und Rücken gut erkennbar sind. Im Unterschied zu den viel längeren Blau- und Finnwalen sind beim Zwergwal Blasloch und Finne gleichzeitig zu sehen.

Normalerweise machen Zwergwale 5 bis 8 Atemzüge im Abstand von ca. einer Minute. Vor dem nächsten längeren Tauchgang krümmen sie den Rücken zu einem deutlichen Buckel, auch der Schwanz wird stark gekrümmt, die Fluke wird allerdings so gut wie nie in die Luft gehoben.

Anschließend sind Zwergwale für 2 bis 8 Minuten unter Wasser, manchmal auch bis zu 20. Sie tauchen gern an völlig anderen Orten wieder auf, als man eigentlich vermuten würde.

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Foto: Oliver Dirr / whaletrips

Wo und wann ZWERGWALE

Zwergwalen kann man in fast allen Whale-Watching-Gebieten der Welt begegnen - in Quebec kann man sie sogar ziemlich gut von Land aus beobachten.

Zwergwale kommen in allen Weltmeeren vor und bevorzugen grundsätzlich eher kältere als wärmere Gewässer. Den Sommer verbringen sie daher in den höheren, den Winter in den niedrigeren Breiten. Viele Populationen wandern beständig hin und her, andere sind jedoch ortstreu und verbringen das ganze Jahr im gleichen Gebiet.

Ähnlich wie auch Finnwale sind Zwergwale an den meisten Orten anzutreffen, an denen man andere Wale beobachten kann. Die meisten Whale-Watching-Anbieter haben sich auf Buckelwale, Grauwale, Pottwale oder Orcas spezialisiert, es gibt eher wenige Touren, die in erster Linie mit Zwergwalen werben. Trotzdem kann es ein echtes Highlight sein, ihnen zu begegnen.

Die besten Chancen hat man rund um Island, aber auch in Norwegen, Grönland und auf den Britischen Inseln. Sehr oft trifft man sie auch an der amerikanischen und kanadischen Ostküste, in Quebec gibt es einige Stellen, wo man sie sogar häufig von Land aus sehen kann.

An der amerikanischen und kanadischen Westküste sind sie dagegen etwas seltener zu sehen, aber auch hier kann man Glück haben. Ebenso in Australien, wo man ihnen sogar beim Schnorcheln im Great Barrier Reef begegnen kann.

Zwergwale halten sich gern nah an der Küste auf, in einigen Gegenden kann man sie sogar sehr gut von Land aus beobachten.

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