Buckelwale

BUCKELWALE

Buckelwale sind begabte Sänger und trickreiche Jäger: gesungen wird vor allem in der Südsee, gejagt in eiskalten Fjorden.

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Foto: shutterstock/Shane_Gross

BUCKELWALE

Buckelwale sind begabte Sänger und trickreiche Jäger: gesungen wird vor allem in der Südsee, gejagt in eiskalten Fjorden.

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Foto: shutterstock/Clinton Hastings

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Review BUCKELWALE

Buckelwale sind große Akrobaten, phantastische Sänger und höchst kreative Jäger. Da ihre Wanderwege gut erforscht sind, kann man sie an vielen Orten der Welt sehr gut beobachten.

Buckelwale sind, neben den Grauwalen, die beliebtesten Whale-Watching-Wale überhaupt. Das liegt zum einen daran, dass ihre jährlichen Wanderwege recht bekannt sind und sie daher einigermaßen verlässlich zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten auftauchen. Vor allem aber liegt es daran, dass Buckelwale große Akrobaten, phantastische Sänger und beeindruckende Jäger sind.

Buckelwale sind neugierige Tiere und Booten gegenüber eher aufgeschlossen: Oft kommen sie sogar nah heran und begutachten Besucher aus allernächster Nähe. Buckelwale springen gern und wuchten dabei mit erstaunlicher Leichtigkeit ihre bis zu 30 Tonnen in die Luft, meist ist dabei sogar der komplette Körper zu sehen, der dann mit lautem Knall seitlich auf das Wasser kracht.

Manchmal springen sie auch mehrfach hintereinander und animieren damit ihre Artgenossen, so dass man mit etwas Glück gleich mehreren Tieren beim Springen zusehen kann. So wie hier:

Great video of five humpbacks breaching at the same time! ?: Blue Ocean Whale Watch

Ein von @oceana gepostetes Video am

 

Beim Abtauchen heben Buckelwale fast immer die Fluke, die in Form und Farbgebung bei jedem Tier einzigartig ist – das macht die Identifizierung mit Hilfe von Foto-Vergleichen sogar für Anfänger leicht. Auf einer guten Whale-Watching-Tour erhält man so schon direkt an Bord weitere Informationen zu den gesichteten Tieren. Zudem sind ausgestreckte Fluken das allerbeste Fotomotiv, und mit ein bisschen Übung erkennt man beim Abtauchen schon an der Krümmung des Buckels, ob der Wal gleich die Fluke hebt.

»Buckelwale können sehr wahrscheinlich über mehrere Hundert und sogar Tausende Kilometer hinweg miteinander kommunizieren.«

Buckelwale sind außerdem große Sänger, ihre Lieder gibt es auf Platte und bei Spotify, es sind die längsten und komplexesten Lautäußerungen im gesamten Tierreich. Sie bestehen aus verschiedenen Strophen mit Pfeif- und Quietschtönen sowie tiefen, sonoren Rufen, die in einer bestimmten Reihenfolge gesungen werden, was bis zu 30 Minuten dauern kann – das klingt dann zum Beispiel so.

Diese Lieder werden immer und immer wieder gesungen, tagelang, und sie werden Jahr für Jahr wiederholt – oft mit leicht veränderten Details, die dann von der gesamten Gruppe übernommen werden. Nur die Männchen singen, und das vor allem im Winter während der Fortpflanzungszeit in tropischen Gewässern – und immer stehen sie dabei kopfüber im Wasser, die ganze Zeit.

Die tiefen Rufe der Buckelwale können sich wie bei Blauwalen über große Distanzen ausbreiten – es ist wahrscheinlich, dass zwei Tiere über mehrere Hundert und sogar Tausende Kilometer hinweg miteinander kommunizieren können.

Auch das Fressverhalten der Buckelwale ist einzigartig: Beim Bubblenet-Feeding schwimmen ein oder mehrere Wale zunächst spiralförmig um einen Fisch-Schwarm herum und schließen ihn mit einer dichten Wand aus Luftblasen ein. Dann schießen andere Wale mit weit geöffnetem Maul durch den Schwarm hindurch nach oben und verschlingen dabei mehrere hundert Fische auf einmal.

Beim Bubblenet-Feeding ist an der Oberfläche zunächst ein großer Kreis aus Luftblasen zu sehen, kurz danach werden oft schon die ersten panischen Fische an die Oberfläche gedrückt. Falls man gerade mit einem Kayak auf dem Wasser ist, sollte man sich spätestens jetzt sehr, sehr schnell entfernen.

Zwar sind sich Buckelwale ihrer Größe normalerweise bewusst und durchaus behutsam im Umgang mit Booten und Kayaks – beim Fressen allerdings gilt ihre Aufmerksamkeit nur einer einzigen Sache. Da sollte man einem 30-Tonner mit einem Maul so groß wie eine Garage lieber nicht im Weg sein.

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Illustration: Tobias Gehrt / studio2112.de
GRÖSSE

11 bis 16 Meter, maximal 19 Meter. Weibchen sind leicht größer als Männchen. Gewicht ca. 25 bis 30 Tonnen.

FARBE

Dunkelgrau bis schwarz, oft mit weißen Stellen am Bauch. Brustflossen und Fluke sind an der Unterseite hell oder weiß.

FORM

Massiger Körper, viele Beulen am Kopf. Die Flipper können bis zu 5 Meter lang werden und erreichen damit 1/3 der Körperlänge.

BLAS

Mittelhoher, buschiger Blas, ca. 3 bis 4 Meter. Deutlich hörbar.

FINNE

Weit hinten gelegen und sehr unscheinbar, teilweise nicht mal als solche zu erkennen. Sitzt auf einem deutlichen Buckel.

FLUKE

Breite, leicht geschwungene Fluke mit ausgefranster Hinterkante und Einkerbung in der Mitte. Auf der Unterseite weiß gesprenkelt.

VERHALTEN

Oft neugierig, Boote werden gern aus der Nähe begutachtet. Sehr aktiv an der Oberfläche.

TAUCHGÄNGE

Meist mittellange Tauchgänge von 3 bis 9 Minuten, maximal 20 bis 30 Minuten.

BESTAND

Buckelwale kommen in allen Weltmeeren vor. Weltweit gibt es wahrscheinlich ca. 60.000 Tiere.

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Foto: istock/ad_walsh

Checkliste BUCKELWALE

Beim Abtauchen lässt sich an der Krümmung des Rückens sehr gut erkennen, ob ein Buckelwal gleich die Fluke hebt.

Oft sind Buckelwale gemeinsam unterwegs, meist zu zweit oder dritt, manchmal auch in Gruppen von bis zu 15 Tieren. Beim Auftauchen sieht man zuerst die beiden Blaslöcher und den umliegenden etwas erhöhten Spritzschutz. Der Blas ist buschig und mittelhoch, und gerade bei Kälte sehr gut zu erkennen.

Sobald die Finne an der Oberfläche ist, bildet der Rücken mit der Wasserlinie ein gut erkennbares Dreieck. Bei keinem anderen Wal ist die Krümmung des Rückens so stark. Sobald die Finne wieder in das Wasser eintaucht, verstärkt sich dieser Buckel noch. An der Stärke dieser Krümmung lässt sich auch gut erkennen, ob der Wal nun einfach hinab gleitet oder die Fluke hebt.

An der Oberfläche sind Buckelwale sehr gut an ihrem Kopf erkennen, der voller Tuberkel und Seepocken ist. Gelegentlich strecken sie auch ihre enorm langen Flipper aus dem Wasser. Beim Abtauchen sollte man vor allem auf die Fluke achten: Form und Farbgebung ist bei jedem Tier unterschiedlich, ähnlich wie der Fingerabdruck des Menschen, jeder Wal kann so eindeutig identifiziert werden.

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Foto: shutterstock/Gudkov_Andrey

Wo und wann BUCKELWALE

Buckelwale kommen in allen Ozeanen vor. Sie wandern ständig zwischen ihren tropischen Paarungs- und polaren Nahrungsgebieten hin und her.

Buckelwale sind in allen Ozeanen verbreitet und wandern küstennah im Rhythmus der Jahreszeiten: Im Sommer halten sie sich zur Nahrungssuche in höheren Breiten auf, im Winter zur Fortpflanzung in tropischen Gewässern. Ihre Wanderwege sind recht gut erforscht, können aber saisonalen Schwankungen unterliegen.

Beliebte Sommerquartiere im Atlantik sind z.B. Neuengland und der Golf von Maine, außerdem der kanadische St.-Lorenz-Strom, Neufundland, Labrador sowie Grönland, Island und Norwegen. Im Pazifik vor allem West-Kanada und Alaska. Neben den arktischen auch die antarktischen Gebiete.

Im Winter hat man die besten Chancen in der Karibik, auf Hawai und den ozeanischen Inseln, vor allem Tonga. Hierher kommen auch die vielen phantastischen Instagram-Bilder, auf denen Menschen gemeinsam mit Buckelwalen tauchen. Man sollte das jedoch eher Wissenschaftlern und National-Geographic-Mitarbeitern überlassen und die Tiere touristisch nicht auch noch unter Wasser besuchen.

Sehr gute Chancen hat man im Winter auch vor den Küsten Ost- und West-Australiens. Die Walmigration entlang der Küste von New South Wales gehört zu den größten marinen Wanderbewegungen der Welt: Von Brisbane bis Sydney ziehen zwischen Mai und November Tausende Buckelwale die Küste entlang – erst nach Norden und anschließend wieder nach Süden, im Norden ist die Whale-Watching-Saison daher früher beendet als im Süden, wo sie erst im September beginnt.

Im Sommer (und zunehmend auch im Winter) sind zudem die norwegischen und isländischen Fjorde voller Buckelwale auf Nahrungssuche – hier hat man sehr gute Chancen, sie beim Bubblenet-Feeding zu beobachten. Im Frühjahr kann man ihnen zwischen April und Mai auch auf den Azoren begegnen, wenn sie gerade auf dem Weg nach Island und Grönland sind.

Walreise NORWEGEN

Walreise NORWEGEN

Whale Watching GUIDE

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